
Gefragt und beantwortet · · von Justin Jernoiu
Es gibt zwei Sorten von Menschen, die mir diese Frage stellen. Die einen hoffen darauf. Die anderen haben Angst davor.
Beide kommen über denselben Weg zu mir. Wer im Netz nach Rückführung oder nach früheren Leben sucht, landet fast zwangsläufig bei Hypnose, denn so wird das dort fast überall gemacht. Entsprechend sind die Erwartungen, wenn jemand bei mir anruft.
Bei mir läuft es genau andersherum. Du bleibst wach. In Trance gehe ich.
Wie Rückführung mit Hypnose beschrieben wird
Ich will fair bleiben und erzähle erst, wie es anderswo abläuft, soweit ich es den Beschreibungen entnehme.
Nach einem ausführlichen Vorgespräch wird der Klient in einen Trancezustand gebracht, meist durch Hypnose, manchmal über Atemtechniken oder Meditation. Dann wird er geführt, oft zuerst in die eigene Kindheit und von dort weiter zurück. Der Therapeut fragt, der Klient antwortet und beschreibt, was er sieht. Solche Therapien erstrecken sich häufig über viele Sitzungen.
Ich maße mir kein Urteil darüber an. Ich habe es nie gelernt, ich habe es nie erlebt, und ich rede nichts schlecht, was ich nicht kenne. Es gibt Menschen, denen das hilft.
Es ist nur nicht das, was bei mir geschieht.
Was bei mir geschieht
Du liegst auf einer Liege, so wie bei einer Reiki-Behandlung. Ich halte meine Hände über deinen Körper, ohne dich zu berühren, meistens über dem Knie, über dem Bauch und über dem Kopf.
Und das war es schon, was du tun musst.
Ich zähle nicht rückwärts. Ich sage dir nicht, dass deine Lider schwer werden. Ich führe dich nirgendwohin, ich stelle dir während der Reise keine Fragen, und du musst nichts beschreiben. Du musst dich an nichts erinnern.
Du bist die ganze Zeit vollständig bei dir. Du kannst die Augen öffnen. Du kannst etwas sagen. Du kannst aufstehen und gehen. Du bekommst alles mit, und du wirst dich hinterher an alles erinnern, weil du nie weg warst.
Derjenige, der in einen besonderen Zustand geht, bin ich.
Ich muss alles beiseiteschieben, was mir gehört, bis nichts mehr da ist, was sich dazwischenschieben könnte. Diesen Zustand nenne ich MIORI, und er ist die letzte Stufe der Meditation, nicht die erste. Erst wenn er wirklich da ist, kann eine Verbindung zu deiner Seele entstehen.
Die Arbeit liegt also bei mir, nicht bei dir.
Der Unterschied, auf den es ankommt
Man kann das auf einen Satz bringen.
Bei einer Rückführung mit Hypnose wird etwas in dir gesucht. Dein Geist liefert die Bilder, du sprichst sie aus, und der Therapeut begleitet dich dabei.
Bei HELLKI wird nichts in dir gesucht. Ich nehme etwas wahr und erzähle es dir anschließend.
Das hat eine Folge, die mir wichtig ist: Du kannst die Bilder nicht beeinflussen, und ich kann dich nicht beeinflussen. Ich frage dich während der Reise nichts, also kann ich dir auch nichts einreden. Du antwortest nicht, also kannst du nichts ausschmücken. Erst hinterher reden wir.
Die Angst, die dahintersteckt
Wer fragt, ob ich hypnotisiere, meint fast nie die Methode. Er meint die Kontrolle.
Verliere ich die Gewalt über mich? Sagt oder tut jemand etwas mit mir, das ich nicht will? Komme ich wieder zurück? Werde ich etwas ausplaudern?
Bei mir stellt sich keine dieser Fragen, einfach weil du wach bist. Es gibt keinen Zustand, aus dem du zurückkommen müsstest. Du gibst nichts ab.
Und auch die zweite Sorge kann ich dir nehmen: Du musst während der Sitzung nichts erzählen. Weder von deiner Kindheit noch von deiner Ehe noch von irgendetwas sonst. Ich brauche dein Vorwissen nicht, im Gegenteil, es stört mich eher. Je weniger ich über dich weiß, desto sicherer bin ich hinterher, dass die Bilder nicht von mir kommen.
Die Kritik, die ich nicht von mir wegschieben kann
An Rückführungen mit Hypnose gibt es einen ernstzunehmenden Einwand, und der lautet: Woher will man wissen, ob eine Erinnerung ein früheres Leben ist und nicht etwas, das der eigene Geist gerade erfindet?
Ich könnte es mir hier leicht machen und sagen, dass dieser Einwand bei mir nicht greift, weil ich nichts in dir suche.
Das wäre zu billig. Denn der Einwand wandert nur. Er trifft nicht mehr dich, er trifft mich. Woher weiß ich, dass die Bilder nicht aus meinem eigenen Kopf kommen?
Eine saubere Antwort habe ich darauf nicht. Ich habe nur meinen Umgang damit: Ich arbeite so sauber wie möglich an diesem Leerwerden, ich sage dir alles, auch das, womit ich nichts anfangen kann, und ich deute nichts hinein. Der Zweifel gehört bei mir zum Alltag, und ich halte das für einen Vorteil.
Und noch etwas spricht dagegen, dass ich mir das alles ausdenke: Während der Wahrnehmung fühle ich überhaupt nichts. Ich bin nicht beteiligt. Was mir begegnet, hat mit meinem Leben nichts zu tun.
Was das für dich bedeutet
Wenn du dich vor Hypnose scheust, ist das bei mir kein Hindernis. Es gibt hier keine.
Und wenn du ausdrücklich eine Hypnose-Rückführung gesucht hast, dann sage ich dir das lieber vorher: Die bekommst du bei mir nicht. Was du bekommst, ist jemand, der dir erzählt, was er gesehen hat, während du wach danebenliegst. Ohne Karten, ohne Pendel und eben auch ohne Trance auf deiner Seite.
Wie eine Sitzung abläuft und was sich aus früheren Leben zeigen kann, steht auf den Seiten dazu. Und wenn du erst einmal nur fragen willst, ob das überhaupt etwas für dich ist: Am Anfang steht ohnehin ein Telefongespräch, und das kostet nichts.
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