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HELLKI - Hellsichtigkeit und Reiki
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Die eiskalte Glocke um sein Herz
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Die eiskalte Glocke um sein Herz

Aus einer Sitzung  ·   ·  von Justin Jernoiu

Das ist der erste Fall, von dem ich je öffentlich erzählt habe. Damals habe ich ihn stark gekürzt, damit das Video nicht zu lang wird. Heute nehme ich mir die Zeit, die es gebraucht hätte.

Eine Vorbemerkung: Ich sage grundsätzlich der Klient, auch wenn eine Frau vor mir liegt. Das ist Absicht. Je weniger Merkmale ich nenne, desto weniger lässt sich zurückverfolgen, wer gemeint ist.

Drei Stellen, drei Zeiten

Eine HELLKI-Sitzung sieht von außen aus wie eine Reiki-Behandlung. Der Klient liegt auf der Liege, ich halte meine Hände über seinen Körper, ohne ihn zu berühren.

Meistens sind es drei Stellen, und jede führt woandershin:

  • Über dem Knie öffnet sich die Vergangenheit.
  • Über dem Bauch liegt das, was ich VERGENION nenne, das Jetzt.
  • Über dem Kopf zeigt sich die Zukunft.

In dieser Reihenfolge ist es auch an jenem Tag abgelaufen.

Ein Feuer, ein Angriff, und dann eine Frage

Über dem Knie sah ich einen römischen Tribun an der Ostküste Spaniens, am Mittelmeer. Es war Abend, er saß mit seinen Kameraden um ein Feuer und sie unterhielten sich.

Was mir sofort auffiel, war nicht sein Rang, sondern wie die anderen ihn ansahen. Er wurde geachtet, fast angehimmelt, denn er war ein überragender Kämpfer. Und er war stolz darauf.

Dann wurden sie angegriffen. Es wurde gekämpft, einige seiner Kameraden fielen. Ich sah, wie er ein Schwert nahm, einen der Angreifer zu Boden warf und ihm die Klinge in die Brust rammte.

Als der Kampf vorbei war, habe ich etwas getan, was in einem Film nicht möglich wäre: Ich habe ihn angesprochen.

Ich fragte ihn, wie es ihm geht. Ich fragte ihn nach seinem Namen. Ich fragte, was er sonst noch tut. Und er hat mir geantwortet.

Das ist die Stelle, an der ich bis heute hängen bleibe. Denn wenn ich mit jemandem sprechen kann und eine Antwort bekomme, dann sehe ich nicht eine Aufzeichnung von damals. Dann geschieht das gerade. In der Ebene, in der ich mich bewege, scheint es keine Zeit zu geben. Alles ist irgendwie gleichzeitig.

Ich schreibe das so vorsichtig, weil ich es nicht beweisen kann. Ich kann nur sagen: Ein Archiv antwortet nicht.

Die Glocke

Über dem Bauch gehe ich den Körper durch und sehe nach, ob irgendwo etwas blockiert ist.

Ich fand nichts. Nur um sein Herz lag etwas.

Eine Glocke. Blau. Und eiskalt.

Sie hat sein Herz geschützt, das war ihre Aufgabe, und sie hat sie gut gemacht. Nur ließ sie auch nichts hinaus. Er war für die Liebe anderer Menschen unerreichbar.

Und hier muss ich etwas richtigstellen, das ich an anderer Stelle einmal ungenau wiedergegeben habe: Es war keine leuchtende Kugel. Es war eine Glocke, und das Auffälligste an ihr war die Kälte.

Der Satz, der danach kam

Nach der Reise sprechen wir immer. Ich erzähle, was ich gesehen habe, und ich deute nichts davon. Die Verbindung zum eigenen Leben stellt der Klient her.

Er brauchte nicht lange.

Es gab eine Beziehung, die einige Zeit zurücklag. Seitdem spürt er bei neuen Menschen, die als Partner in Frage kämen, nichts mehr. Nicht Ablehnung, nicht Kälte im Umgang. Einfach nichts. Er beschrieb es als eine Bremse.

Das ist der Moment, für den ich diese Arbeit mache. Ich wusste nichts von dieser Beziehung. Ich hatte ein Bild bekommen, das ich selbst nicht einordnen konnte, und er legte es ohne Zögern auf etwas, das er seit Jahren mit sich herumträgt.

Der Tunnel mit dem Wasser

Über dem Kopf kam die Zukunft, und sie war zuerst nicht schön.

Ich sah ihn in einem Tunnel. Es war sehr dunkel. Auf dem Boden stand Wasser, vielleicht fünf Zentimeter hoch, und bei jedem Schritt platschte er hinein. Er hatte Angst, und zwar keine Angst vor der Dunkelheit. Es war Todesangst, als stünde sein Leben auf dem Spiel.

Es dauerte nicht lange. Dann kam er heraus.

Draußen war die Sonne warm, es sah aus wie eine Lichtung, alles war grün und voller Leben. Er breitete die Arme aus und sagte: Ja, ich habe es geschafft.

Und im selben Augenblick sah ich, wie die Glocke um sein Herz sich auflöste.

Eines noch: Er war in diesem Bild älter. Das heißt für mich, es dauert noch. Und es heißt nicht, dass es so kommt. Ich sehe Möglichkeiten, keine Termine.

Was ich nicht erklären kann

Vier Dinge nehme ich aus dieser Sitzung bis heute mit, und für keines habe ich eine Erklärung.

Dass er geantwortet hat. Ich habe einen Menschen gefragt, den es seit zweitausend Jahren nicht mehr geben dürfte, und bekam Auskunft. Was das über Zeit bedeutet, übersteigt mich.

Warum eine Glocke. Bei einem Mann in Rüstung hätte ich eine Rüstung erwartet. Es war keine. Es war eine geschlossene Form, in die nichts hinein und aus der nichts heraus kam.

Warum Kälte. Nicht hart, nicht schwer, nicht dunkel. Eiskalt. Ich habe dafür keine Deutung, und ich leihe mir auch keine aus einer Farbenlehre. Sonst sähe ich beim nächsten Mal nur noch, was die Lehre vorschreibt.

Und ob der Tribun wirklich er war. Ich habe keinen Beleg. Kein Datum, keinen Ort, den man nachschlagen könnte. Ich habe ein Bild bekommen, und was ich daraus mache, ist nicht meine Sache. Mit diesem Widerspruch lebe ich jeden Tag.

Warum ich das alles erzählt habe

Ich hätte die Glocke weglassen können. Sie war das Unerklärlichste an der ganzen Sitzung.

Aber ich sehe ohnehin nur, was der Klient wissen soll. Wenn ich anfange auszuwählen, entscheide ich an seiner Stelle, was wichtig ist. Das steht mir nicht zu.

Und manchmal ist es schon eine Erleichterung, überhaupt zu wissen, woran es liegt. Nicht alles muss sofort aufgelöst werden. Zu verstehen, dass da etwas um das eigene Herz liegt und woher es kommt, verändert bereits, wie man damit umgeht.

Wenn du dich beim Lesen wiedererkannt hast, steht am Anfang kein Termin, sondern ein Telefongespräch. Den kurzen Bericht zu dieser Sitzung findest du hier, und wie sich so eine Wahrnehmung für mich anfühlt, habe ich getrennt aufgeschrieben.

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