
Gefragt und beantwortet · · von Justin Jernoiu
Nein.
Das ist die ganze Antwort, und ich stelle sie an den Anfang statt ans Ende, weil alles andere unredlich wäre.
Es gibt keinen anerkannten Nachweis dafür, dass ein Mensch Informationen aufnehmen kann, ohne dafür Augen, Ohren oder einen anderen bekannten Sinn zu benutzen. Wer dir etwas anderes erzählt, ist entweder schlecht informiert oder verkauft dir gerade etwas.
Es ist nicht so, dass niemand es versucht hätte
Das wird oft übersehen. Der Vorwurf lautet meistens, die Wissenschaft sei verbohrt und habe sich nie damit befasst. Das stimmt nicht.
Es hat über Jahrzehnte Versuchsreihen gegeben, mit einigem Aufwand und teils unter staatlicher Finanzierung. Menschen sollten unter kontrollierten Bedingungen Karten erraten, entfernte Orte beschreiben, verborgene Bilder benennen.
Das Muster war fast immer dasselbe: Einzelne Reihen lieferten auffällige Ergebnisse. Sobald jemand anderes den Versuch unter strengeren Bedingungen wiederholte, verschwand der Effekt. Und Wiederholbarkeit ist nicht irgendein Nebenkriterium, sie ist der Kern der Sache.
Dazu kommt ein zweites Problem, das nichts mit Hellsichtigkeit zu tun hat, sondern mit Forschung allgemein: Versuche, die etwas zeigen, werden veröffentlicht. Versuche, die nichts zeigen, landen in der Schublade. Dadurch sieht die Bilanz besser aus, als sie ist.
Warum mich das nicht kalt lässt
Ich habe Physik studiert. Ich bin darin ausgebildet worden, nach Ursachen zu fragen, zu messen und zu verwerfen, was sich nicht hält.
Und dann lege ich meine Hände auf einen fremden Menschen und sehe eine Stadt, die es seit tausend Jahren nicht mehr gibt.
Diesen Widerspruch habe ich bis heute nicht aufgelöst. Ich lebe damit, und er macht mich genauer: Ich weiß ziemlich gut, was ein Beweis ist, und deshalb weiß ich auch, dass ich keinen habe.
Die nüchternen Erklärungen gehören dazu
Drei Einwände muss jeder ernst nehmen, der das hier tut.
Wir zählen falsch. Der Treffer bleibt in Erinnerung, die zehn Fehlschläge nicht. Darüber habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben.
Vieles passt auf viele. Allgemein gehaltene Aussagen klingen persönlich, obwohl sie auf fast jeden zutreffen.
Menschen lesen einander. Körpersprache, Atem, kleinste Reaktionen. Das geschieht, ohne dass man es merkt, und es ist als Technik sogar erlernbar. Darüber habe ich getrennt geschrieben.
Keiner dieser Einwände lässt sich bei mir ausschließen. Ich kann nur so arbeiten, dass sie möglichst wenig Angriffsfläche haben.
Was ich stattdessen anbieten kann
Keinen Beweis. Eine Erfahrung.
Ich nehme in jeder Sitzung Dinge wahr, die nichts mit meinem Leben zu tun haben. Sie passen zu dem Menschen, der vor mir liegt, und nicht zu mir. Wäre es Einbildung, müsste sie aus mir kommen, und dann müsste sie nach mir schmecken.
Das ist kein Argument, das vor einem Prüfungsausschuss bestehen würde. Es ist der Grund, warum ich weitermache.
Warum ich das überhaupt aufschreibe
Weil es der Sache nicht schadet, sondern ihr die Luft nimmt, die sie nicht braucht.
Wer behauptet, etwas sei bewiesen, muss den Beweis liefern. Wer sagt, dass er keinen hat, muss nur ehrlich bleiben.
Und für dich heißt es etwas ganz Praktisches: Du musst nicht daran glauben, um zu mir zu kommen. Du musst auch hinterher nicht überzeugt sein. Du bekommst keine Wahrheit verkauft, sondern eine andere Sicht auf dein Leben, mit der du machen kannst, was du willst.
Was dabei ausdrücklich nicht geht, steht in Was Hellsichtigkeit nicht kann. Und was der Begriff überhaupt umfasst, auf der Seite Was ist Hellsichtigkeit.
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Rückführung heißt fast überall Hypnose. Bei mir nicht. Du bleibst wach, du musst nichts erinnern, und derjenige, der in Trance geht, bin ich.

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Die ehrliche Antwort ist unspektakulär: währenddessen fühle ich gar nichts. Alles kommt danach. Und Liebe habe ich dabei nie gespürt, kein einziges Mal.
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